Rezepte

Eine Johannisbeertarte und die wilde Walachei

30. Juni 2018

Die Walachei –  ein geheimer Ort meiner Kindheit. Wild und verlassen, geborgen und reich an Abenteuern und Verbundenheit. Heute erzähle ich euch davon und warum ich den Duft von Johannisbeeren so liebe und mein Kuchen ganz besonders danach schmeckt….

Johannisbeertarte und die wilde Walachei

Kommt wir fahren in die Walachei! Das war der Ruf der Wildnis, die Flucht aus Beton und Alltag.

Aufgewachsen in einer Hochhausiedlung und ohne Auto, war die Sehnsucht nach Natur und Abenteuer immer groß.  Zum Glück waren meine Eltern genauso unternehmungslustig wie wir Kinder. So wurde die Umgebung rundherum beradelt und erkundet. Irgendwann entdeckte jemand aus der Familie die “Walachei”.  Ein verlassendes Kleingartengebiet zwischen zwei Bahngleisen, mitten in der Stadt. Es wurde fortan zu unserem geheimen Paradies.

Nur 10 Minuten mit dem Fahrrad und einem lebensgefährlichen Sprung über die Bahngleise entfernt, traten wir in eine andere Welt. Außer den Schreber-Häuschen war noch alles da. Die Hecken, Wege, die Obstbäume, Beeren und Geheimnisse. Ein magischer Ort, der durchaus Gefahren barg. So gab es Brunnen, vor denen meine Mutter eindringlich warnte. An manchen Tagen schlichen Männer durch die Gärten, die ziemlich unheimlich waren. Aber nichts hielt uns von diesem wundervollen Ort fern. Hier blieb die Zeit stehen und wir fühlten uns wie im Garten Eden. Konnten wir uns doch von allem nach Herzenslust bedienen. Ganz besonders von der “Leichtigkeit des Seins”.

Johannisbeertarte und die wilde Walachei

Mit Proviant bepackt verbrachten wir den ganzen Tag dort. Wir füllten unsere Beutel mit Äpfeln und Birnen. Sammelten Himbeeren und Brombeeren und fühlten uns so frei. So nannten wir diesen Ort fortan die Walachei.

Nach diesen schönen Erinnerungen an eine freie Kindheit, zwischen dem Duft nach Johannisbeeren und wilden Blumen…….schmeckt mein Kuchen. Ganz einfach, wild und süß. Noch heute habe ich beim Pflücken von Johannisbeeren genau diese Erinnerung in meinem Herzen. Ganz besonders beim Duft der schwarzen Johannisbeeren.

Johannisbeertarte und die wilde Walachei

Ob als Busch oder Hochstämmchen, Johannisbeeren gehören einfach zu meinen liebsten Beerensträuchern im Garten. Wenn mir der leichte Sommerwind ins Haar weht und die Sonne auf der Nase kitzelt, stehe ich mit einem Körbchen zum Pflücken im Garten und bin glücklich. Genau wie beim Genuss dieser köstlichen Tarte!

Johannisbeertarte und die wilde Walachei

Rezept für eine Johannisbeertarte:

Für den Boden:

220 g Dinkelmehl

80 g   Haselnüsse gem.

75 g.   Zucker

150 g  Butter

1/2 TL Salz

6 EL   Wasser

Alle Zutaten zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten und 30 Min. kaltstellen. Ofen auf 190 Grad vorheizen. Den Teig ausrollen und in die Tarteform legen. Mit einer Gabel mehrmals die Oberfläche einstechen. Ca. 30 Min. backen

Für den Belag:

250 g Schmand

200 g Sahne

75 g    Zucker

1 Spritzer Zitronensaft

500 g JohannisbeerenDen Schmand mit dem Zucker und Zitronensaft gut verrühren. Die Sahneaufschlagen und unter die Schmandcreme heben.

Die Creme auf dem Boden verteilen und die Johannisbeeren daraus verteilen.

Johannisbeertarte und die wilde Walachei

Diese Torte ist so herrlich einfach und schnell gemacht. Der Boden lässt sich prima am Vortag vorbereiten. Wer keine Haselnüsse mag, kann auch dieses Rezept für einen einfachen Mürbeteig verwenden. Die Beeren liegen so frisch auf der Creme, dass sie ihren vollen Geschmack behalten.

Johannisbeertarte und die wilde Walachei

Gibt es diesen Ort noch heute? Seit Jahren wollte ich noch einmal den Sprung über die Bahngleise wagen.   In weiter Ferne sehe ich Baukräne und denke mir, ich bleibe bei dieser schönen Erinnerung.

Habt ihr auch solche Orte, die euch ewig im Herzen sind?

Liebe Sommergrüße

Evi

 

Verlinkt im Creadienstag

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  1. Der sieht so unglaublich lecker aus, dein Sommerkuchen, liebe Evi! Und die Geschichte bzw. Erinnerungen dazu sind einfach ganz wunderbar 🙂
    Sonnige Morgengrüße nach Norden und einen ganz sommerlichen Dienstag wünsche ich dir,
    Sabine

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